Frauen in der Führung: Sichtbarer – aber noch nicht gleichgestellt

Von Stephanie Kropf – 8. März 2026

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Frauen sind heute in Führungsrollen präsenter als noch vor wenigen Jahren. Dennoch bleibt der Weg in die obersten Entscheidungs- und Managementebenen in vielen Branchen und Ländern anspruchsvoll. Studien zeigen: Nicht fehlende Qualifikation ist das Problem, sondern strukturelle Rahmenbedingungen, kulturelle Prägungen und unbewusste Bewertungsmuster. Diese beeinflussen weiterhin, wer aufsteigt – und wer nicht.

Lage im deutschsprachigen Raum

Auch im deutschsprachigen Raum zeigt sich ein vertrautes Bild: Der Anteil von Frauen in mittleren Führungsebenen steigt, doch im Senior Management und auf C-Level bleibt die Repräsentation deutlich tiefer. Geschlechterunterschiede in Spitzenpositionen bestehen fort – nicht als individuelles Versagen, sondern als Ergebnis organisationaler Strukturen und gewachsener Machtlogiken.

Warum der Aufstieg an der Spitze oft stockt

Die Diskussion um Frauen in Führung geht über reine Zahlen hinaus. Es geht um systemische Muster:

  • Versteckte Vorurteile und typische Rollenbilder beeinflussen nach wie vor Leistungswahrnehmung und Beförderungsentscheidungen
  • Karrierepfade sind nicht neutral: Frauen übernehmen überdurchschnittlich häufig Funktionen, die weniger strategische Sichtbarkeit bieten und seltener als Sprungbrett in CEO- oder C-Level-Positionen gelten.
  • Die Leadership-Pipeline verliert Talente genau dort, wo entscheidende Weichen gestellt werden – bei strategischen Projekten, P&L-Verantwortung und machtpolitischer Vernetzung.

Führung strategisch gestalten

Wenn Strukturen Karrieren prägen, braucht es mehr als gute Absichten. Entscheidend ist die bewusste Gestaltung der eigenen Führungsrolle.

Dazu gehören:

  • Strategische Selbstpositionierung
  • Wirksame Kommunikation und Präsenz
  • Souveränität in Entscheidungsprozessen
  • Navigieren organisationaler Dynamiken
  • Aufbau tragfähiger Netzwerke

Gerade auf dem Weg in höhere Führungsebenen sind Sichtbarkeit, Einflusskompetenz und politische Intelligenz zentrale Erfolgsfaktoren. Führung entsteht nicht allein durch Fachkompetenz, sondern durch strategische Klarheit und aktive Gestaltungsspielräume.

Solche Kompetenzen entwickeln sich nicht zufällig – sie wachsen durch Reflexion, Austausch auf Augenhöhe und praxisnahe Impulse.

St.Galler Impulstag: Impactful Female Leadership

Der Impulstag «Impactful Female Leadership» setzt genau hier an. Er richtet sich an Frauen in Führungspositionen, die ihre Rolle bewusst reflektieren, weiterentwickeln und mit strategischer Schärfe ausfüllen möchten.

Im Fokus stehen konkrete Werkzeuge, fundierte Inputs und der Austausch mit erfahrenen Führungspersönlichkeiten. Ziel ist es nicht nur, Frauen sichtbarer zu machen – sondern ihre Wirksamkeit im Unternehmen gezielt zu stärken und den nächsten Karriereschritt aktiv zu gestalten.

Weitere Informationen zum Impulstag