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Lange wurde HR als Funktion wahrgenommen, die vor allem administriert: Verträge, Gehälter, Urlaubsanträge. KI verändert dieses Bild fundamental. Systeme übernehmen Routinen, während Menschen sich auf das konzentrieren, was nur sie leisten können – Vertrauen aufbauen, Konflikte lösen, Entwicklung ermöglichen. Doch dieser Wandel geschieht nicht automatisch. Er erfordert bewusste Gestaltung. Und genau hier liegt die Chance für HR: vom Getriebenen zum Gestalter zu werden. Technologie, menschliche Bedürfnisse und wirtschaftlicher Druck verschmelzen zu einer neuen Realität. HR erhält mit seiner Kernkompetenz «Menschen und Organisation» die einzigartige Chance, die Zukunft des Unternehmens auf Augenhöhe aktiv zu gestalten.
KI-gestützte Recruiting-Tools filtern Bewerbungen schneller, Chatbots beantworten Mitarbeiterfragen rund um die Uhr, Predictive Analytics prognostizieren Fluktuation. Doch was bedeutet das für die Organisation? Welche Daten sind nötig? Welche Bias-Risiken entstehen? Wie bleibt der Mensch im Loop? Diese Fragen kann nur HR beantworten – wenn sie die Technologie versteht, ohne sie blind zu übernehmen.
AI Literacy bedeutet nicht, Algorithmen programmieren zu können. Sie beschreibt die Fähigkeit, KI-Systeme zu verstehen, kritisch zu bewerten und zielgerichtet, wertschöpfend und wirksam einzusetzen und wirksam zu implementieren. Für HR heißt das konkret: Wo entstehen durch Automatisierung neue Freiräume? Wo drohen ethische Fallstricke? Welche Kompetenzen brauchen Mitarbeitende, um mit KI produktiv zusammenzuarbeiten, autonome KI-Agenten zu steuern und wie gestalten Unternehmen eine attraktive Arbeitswelt und Arbeitswelt, die genau diese Entwicklung zu ermöglichen und fördern?
Die zentrale Erkenntnis: KI ersetzt nicht menschliche Urteilskraft, sie erweitert sie. Empathie, moralisches Abwägen, kontextsensibles Entscheiden – das bleibt menschlich. Doch um diese Balance zu halten, muss HR selbst AI-kompetent werden. Wer nicht versteht, wie KI Entscheidungen trifft, kann sie weder steuern noch korrigieren.
Gleichzeitig ist HR die Funktion, die das gesamte Unternehmen durch die Transformation begleitet. Verlernen, neu Lernen, kultureller Wandel – all das liegt in ihrer Verantwortung. HR wird zur Architektin eines lernenden Ökosystems, in dem Menschen und Maschinen produktiv koexistieren.
Um diese Rolle strategisch auszufüllen, braucht HR Klarheit über die eigene Einflusssphäre. Hier setzt ein vierdimensionales Einflussmodell an, das HR-Verantwortlichen hilft, ihre Handlungsfelder zu strukturieren und gezielt zu erweitern.
Das Modell dient nicht als statisches Raster, sondern vielmehr als dynamisches Reflexionswerkzeug. HR-Verantwortliche und Teams können damit ihre aktuellen Aktivitäten verorten, weiße Flecken identifizieren und Prioritäten setzen. Wo liegt der größte Hebel? Welche Dimension ist unterbelichtet? Wo besteht Handlungsdruck?
Indem HR die vier Dimensionen systematisch durchdenkt, entsteht ein klares Bild der eigenen Einflusssphäre – und der Bereiche, in denen bewusste Entwicklung nötig ist. Das Modell macht sichtbar, dass KI-Kompetenz kein isoliertes Fachthema ist, sondern alle Ebenen der Personalarbeit durchdringt: von der strategischen Ausrichtung über die Gestaltung der Arbeitswelt bis zur konkreten Prozessoptimierung.
Die besondere Rolle von HR liegt darin, dass sie nicht nur sich selbst transformiert, sondern die gesamte Organisation befähigt. Wer AI Literacy im Personalwesen verankert, schafft die Grundlage für unternehmensweit informierte Entscheidungen. HR wird zum Lotsen in einer Welt, in der technologische Intelligenz und menschliche Weisheit neu austariert werden müssen.
Das erfordert Mut: die Bereitschaft, eigene Prozesse kritisch zu hinterfragen, neue Rollen zu definieren und auch Fehler als Lernchancen zu begreifen. Doch genau diese Haltung macht HR glaubwürdig – als Funktion, die nicht von oben herab digitalisiert, sondern gemeinsam mit der Organisation lernt.
Es läuft auf eine duale Organisation für die Personalfunktion hinaus: Menschliche Verantwortung und technologische Intelligenz ergänzen sich. HR wird zum Architekten eines Systems, in dem KI-Agenten Erkenntnisse liefern, während Menschen Sinn stiften, Vertrauen schaffen und Entwicklung ermöglichen. So entsteht eine Personalarbeit, die nicht nur effizienter ist, sondern auch menschlicher – weil sie Raum schafft für das, was Menschen auszeichnet.
Während dem Impulstag «Künstlichen Intelligenz in HR» zeigen Edmund Komar und Alexander Hochgürtel, wie HR-Funktionen AI Literacy systematisch aufbauen und ihre Einflusssphäre strategisch erweitern können. Der Impulstag bietet konkrete Werkzeuge, Reflexionsformate und Austausch für HR-Verantwortliche, die KI als Chance nutzen möchten, um ihre Funktion zukunftsfähig zu entwickeln und ihr Unternehmen auf Augenhöhe mitzugestalten.
Mehr Informationen zum Impulstag
Der Impulstag ist Teil der HR Business Days. Die HR Business Days widmen sich zentralen Fragestellungen rund um HR, People Strategy und Organisationsentwicklung und vermitteln konkrete Impulse, Werkzeuge und Reflexionsformate für eine wirksame und zukunftsorientierte HR-Arbeit.