KI-Kompetenz wird zur Führungsaufgabe

Von Kathrin Wahl – 7. Oktober 2026

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Was Artikel 4 des EU AI Act für Führungskräfte, Teams und Unternehmen bedeutet

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt mit hoher Geschwindigkeit. Mit Artikel 4 des EU AI Act wird klar: Wer KI einsetzt, braucht nicht nur Zugang zu Technologie, sondern nachweisbare Kompetenz im verantwortungsvollen Umgang damit.

Was sich für Führungskräfte verändert

ChatGPT, Microsoft Copilot und zahlreiche weitere KI-Anwendungen sind bereits Bestandteil vieler Geschäftsprozesse. Sie unterstützen bei Recherchen, Analysen, Kommunikation, Projektarbeit und zunehmend auch bei Entscheidungen. Mit dieser Entwicklung wächst nicht nur das Potenzial künstlicher Intelligenz, sondern auch die Verantwortung von Unternehmen und Führungskräften.

Artikel 4 des EU AI Act verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu, sicherzustellen, dass die mit diesen Systemen arbeitenden Personen über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Für Führungskräfte ist diese Vorgabe in zweifacher Hinsicht relevant: Sie müssen selbst in der Lage sein, künstliche Intelligenz sachgerecht und verantwortungsvoll einzusetzen. Gleichzeitig tragen sie Verantwortung dafür, dass auch ihre Mitarbeitenden über die erforderlichen Kompetenzen verfügen.

Welche KI-Kompetenz Führungskräfte brauchen

Führungskräfte müssen keine KI-Spezialistinnen oder KI-Spezialisten werden. Entscheidend ist vielmehr, dass sie Möglichkeiten und Grenzen künstlicher Intelligenz verstehen. Dazu gehört, Chancen und Risiken einschätzen zu können, geeignete Anwendungsfelder zu erkennen und Entscheidungen darüber zu treffen, wie KI sinnvoll in Prozesse, Teams und Geschäftsmodelle integriert wird.

Damit wird KI-Kompetenz zu einem festen Bestandteil moderner Führungsverantwortung. Es geht nicht nur um Tool-Nutzung, sondern um Urteilsfähigkeit, Governance und die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz.

Warum eine Schulung für alle nicht genügt

Die benötigten Kenntnisse unterscheiden sich je nach Funktion, Branche und eingesetzten KI-Systemen. HR-Verantwortliche benötigen andere Kompetenzen als Projektleitende oder Führungskräfte im Business Development. Allgemeine Standardschulungen können deshalb nur einen Teil der Anforderungen abdecken.

Wirksame KI-Weiterbildung muss sich an der jeweiligen Rolle und an konkreten Anwendungsfällen orientieren. Das Ziel ist nicht nur die Bedienung eines Tools, sondern die Fähigkeit, KI im eigenen Verantwortungsbereich sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen.

Der Kompetenznachweis wird wichtiger

Der EU AI Act schreibt kein bestimmtes Zertifikat für KI-Kompetenz vor. Unternehmen sollten jedoch nachvollziehbar dokumentieren können, wie sie die Kompetenz ihrer Mitarbeitenden sicherstellen. Dazu können eine Übersicht über die eingesetzten KI-Systeme, rollenbezogene Schulungen, Teilnahmebestätigungen, Lernkontrollen und regelmässige Aktualisierungen gehören.

Pauschale Webinare ohne konkreten Praxisbezug oder Unterlagen, die erst nach einer behördlichen Anfrage erstellt werden, bieten dagegen nur eine begrenzte Grundlage für einen belastbaren Kompetenznachweis. Externe Weiterbildungen können insbesondere dann einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie über klare Lernziele, ein strukturiertes Curriculum und eine nachvollziehbare Dokumentation verfügen.

Von der Compliance zur strategischen Kompetenz

KI-Kompetenz sollte deshalb nicht nur als regulatorische Pflicht verstanden werden. Sie entscheidet zunehmend darüber, wie erfolgreich Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen können. Führungskräfte müssen technologische Möglichkeiten mit unternehmerischen Zielen, organisatorischen Anforderungen und Führungsverantwortung verbinden.
Genau darin liegt der Unterschied zwischen dem Einsatz einzelner KI-Tools und einer strategischen Nutzung künstlicher Intelligenz.

Die Rolle der Management School St.Gallen

Die Management School St.Gallen verbindet KI-Wissen konsequent mit Führungs- und Managementkompetenz. Im Mittelpunkt steht nicht die technische Ausbildung, sondern die Frage, wie Führungskräfte künstliche Intelligenz verstehen, beurteilen und wirksam in ihrem Verantwortungsbereich einsetzen können.

Das Weiterbildungsangebot richtet sich sowohl an Führungskräfte als auch an einzelne Fachbereiche. Themen wie strategische KI-Grundlagen, KI im Führungsalltag, Projektmanagement, Human Resources oder Business Development werden mit den jeweiligen praktischen Anforderungen verbunden. Die Teilnahme wird dokumentiert und kann damit zugleich Bestandteil eines unternehmensinternen Kompetenznachweises sein.

Die entscheidende Frage lautet künftig nicht mehr, ob künstliche Intelligenz eingesetzt wird. Entscheidend ist, wie kompetent sie geführt wird.

Weitere Informationen zu den KI-Programmen: mssg.ch/themenfelder/ki