St.Galler Management & Leadership Summer School 2026 – Von persönlicher Führung zu strategischer Wirkung

Von Stefanie Weck & Timo Ringwald – 8. September 2026

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Zwei Wochen, zwei Städte, ein gemeinsames Ziel: Führung und Strategie nicht nur verstehen, sondern erleben. 

Die St.Galler Management & Leadership Summer School 2026 führte die Teilnehmenden nach St.Gallen und Wien – und damit in zwei inspirierende Lernwelten, in denen persönliche Führung, strategisches Denken und konkrete Umsetzung miteinander verbunden wurden.

Denn wirksame Führung entsteht nicht allein durch Wissen. Sie entwickelt sich im täglichen Handeln, im Austausch mit anderen, durch Reflexion und den Mut, neue Wege auszuprobieren. Genau dafür bot die Summer School 2026 einen intensiven, praxisnahen Rahmen. Wir, Stefanie Weck und Timo Ringwald, begleiteten das Programm für die Management School St.Gallen vor Ort.

Woche 1: St.Gallen – Haltung als Grundlage wirksamer Führung

Den Auftakt bildeten vier intensive Tage in St.Gallen unter der Leitung von Meinrad Arnold und Bernhard Grassl. Im Zentrum stand das St.Galler Führungsmodell als Orientierungsrahmen für zeitgemässe Führung. Eine zentrale Frage begleitete die Teilnehmenden dabei durch die Woche: Wie gelingt Führung in Balance – wirksam, authentisch und werteorientiert?

Führungsinstrumente und -methoden wurden nicht isoliert vermittelt, sondern konsequent mit dem beruflichen Alltag der Teilnehmenden verknüpft. So entstand aus Theorie unmittelbar anwendbare Praxis.

Besondere Aufmerksamkeit galt der persönlichen Dimension von Führung. Die Reflexion eigener Werte und Wurzeln, das individuelle Menschenbild sowie die Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdbild machten deutlich, wie eng Führungswirkung und persönliche Haltung miteinander verbunden sind.

Vertieft wurde diese Perspektive durch die Arbeit mit dem individuellen Insights MDI-Profil zu Verhalten, Wahrnehmung, Kommunikation und Motivatoren. Und weil neue Perspektiven häufig dort entstehen, wo gewohnte Räume verlassen werden, fand ein Teil dieser Auseinandersetzung draussen und in Bewegung statt – an den Drei Weihern hoch über St.Gallen.

Auch der Besuch des Textilmuseums St.Gallen setzte bewusst einen neuen Akzent. Geschichte, Handwerkskunst, Wandel und Innovationsfähigkeit eröffneten einen weiteren Denkraum und erweiterten den Blick über die klassische Führungsarbeit hinaus.

Woche 2: Wien – Strategie als Kompass für Wandel und Zukunft

Ende August führte der zweite Teil der Summer School nach Wien. Vier Tage lang standen unter der Leitung von Meinrad Arnold und Ronald Herse Strategie, Wandel und Unternehmenskultur im Mittelpunkt.

Ausgangspunkt war die Vision als langfristige Orientierung – beruflich wie persönlich. Darauf aufbauend beschäftigten sich die Teilnehmenden mit zentralen Kompetenzen der Strategiearbeit: von der Analyse der Ausgangslage über strategische Logiken und Prozesse bis hin zu Segmentierung und konkreten Change-Management-Instrumenten.

Der Blick richtete sich dabei konsequent auf die Umsetzung: Wie entstehen wirksame Teams? Wie bleiben Organisationen in einem komplexen Umfeld lebensfähig? Und wie lassen sich Personalentwicklung und Job Design so gestalten, dass Verantwortung, Schlüsselaufgaben, OKRs und Resultatorientierung sinnvoll zusammenspielen?

Auch in Wien wurde der Seminarraum bewusst immer wieder verlassen.

Die traditionsreichen Wiener Kaffeehäuser wurden zu Orten der Reflexion über Wandel und Zukunft. Seit Jahrhunderten stehen sie für Begegnung, Austausch und entschleunigte Gespräche – für Zeitung, Billard, Kartenspiel oder Schach. Gleichzeitig prägen heute internationale Konzepte wie Starbucks das urbane Bild. Unterschiedliche Welten, hinter denen dennoch ein ähnliches menschliches Bedürfnis steht: zusammenkommen, verweilen, sich austauschen.

Daraus entstand eine ebenso einfache wie spannende strategische Frage: Wie könnte das Wiener Kaffeehaus im Jahr 2030 aussehen – und welche Chancen entstehen, wenn Tradition auf Innovation trifft?

Zwei Impulsgeberinnen aus der Praxis erweiterten das Programm als «Denkfabrik»

Gerti Schmidt, langjährige Wiener Stadtführerin und Obfrau der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe, rückte Individualisierung in Führung und Kundenorientierung in den Mittelpunkt. Ihre Botschaft: So unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich möchten und müssen sie angesprochen, begleitet und geführt werden.

Bettina Lichtner, Bereichsleiterin Unternehmensentwicklung bei der AOK Baden-Württemberg, zeigte anhand konkreter Erfahrungen, wie Strategie, digitale Innovation und Organisationskultur seit 2021 miteinander verbunden und gemeinsam weiterentwickelt werden können.

Beide Beiträge machten deutlich, wie wertvoll der Austausch mit Menschen ist, die Transformation nicht nur theoretisch diskutieren, sondern in ihren Organisationen aktiv gestalten.

Führung und Strategie sind gelebte Praxis

Was bleibt nach zwei intensiven Wochen?

Vor allem die Erkenntnis, dass Führung und Strategie kein Wissen sind, das man sich einmal aneignet und dann als abgeschlossen betrachtet. Sie sind eine kontinuierliche Praxis – und verlangen immer wieder Reflexion, Orientierung und bewusste Gestaltung.

Die erste Woche in St.Gallen richtete den Blick nach innen. Die Arbeit mit dem eigenen Insights MDI-Profil, die Selbst- und Fremdbild-Analyse sowie die Wertereflexion zeigten eindrücklich, wie stark Führungswirkung von der eigenen Haltung geprägt wird.

In Wien weitete sich die Perspektive: von der einzelnen Führungskraft hin zur gesamten Organisation. Strategie, Veränderung, Teamarbeit und Unternehmenskultur rückten in den Vordergrund – verbunden mit der Frage, wie Unternehmen auch dann handlungs- und zukunftsfähig bleiben, wenn sich ihre Rahmenbedingungen grundlegend verändern.

Gerade die Verbindung von fundierten Managementkonzepten mit realen Erfahrungsräumen machte den besonderen Charakter der Summer School aus. Die Drei Weihern, das Textilmuseum St.Gallen und die Wiener Kaffeehäuser wurden zu Orten des Lernens und Nachdenkens. Hier wurde unmittelbar erfahrbar, was Veränderung bedeutet – und wie wichtig es ist, das Bewährte, das Orientierung gibt, mit dem Neuen, das Entwicklung ermöglicht, in eine produktive Balance zu bringen.

Zwei Wochen, die Wirkung hinterlassen

Mit dem Abschluss der zweiten Woche endet die St.Galler Management & Leadership Summer School 2026 – die Impulse daraus wirken weiter.

Zurück bleiben klare Strukturen für die Strategieentwicklung, konkrete Instrumente für die Umsetzung – von Schlüsselgrössen und Business Canvas bis zu OKRs –, neue Perspektiven auf Trends und Treiber sowie ein geschärfter Blick für die vielfältigen Dimensionen wirksamer Führung.

Was besonders bleibt, sind die Begegnungen mit Menschen, die Verantwortung übernehmen, Veränderung aktiv gestalten und mit ihrem Engagement zu einer starken, zukunftsorientierten Unternehmenskultur beitragen.

Informationen und Anmeldung: www.mssg.ch/summerschool