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Führung ist nicht nur eine Sammlung von Techniken. Sie ist, in ihrem Kern, Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Die Fähigkeit, das eigene Denken zu beobachten, die eigenen Muster zu erkennen und das eigene Handeln bewusst zu steuern – das ist es, was ich als Metakompetenz bezeichne. Sie ist die Voraussetzung für jede nachhaltige Führungswirkung.
Unbewusste Verhaltensmuster kosten Führungskräften täglich Energie und Wirksamkeit. Wer nicht weiss, warum er in Konfliktsituationen eskaliert, warum ihm Entscheidungen schwerfallen oder warum bestimmte Teamkonstellationen immer wieder zu denselben Reibungen führen, der führt reaktiv – statt gestalterisch.
In einer Zeit, in der vieles durch KI und Automatisierung ersetzt werden kann, wird das Unverwechselbare eines Menschen zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Führungskräfte, die ihren individuellen Führungsstil kennen und authentisch einsetzen, überzeugen nicht durch Imitation erfolgreicher Vorbilder – sondern durch Originalität.
Der eigene USP entsteht an der Schnittstelle von Stärken, Werten und persönlichen Alleinstellungsmerkmalen. Wer ihn kennt, kommuniziert klarer, entscheidet konsequenter und führt mit einer Glaubwürdigkeit, die sich nicht spielen lässt.
Was treibt mich an – wirklich? Diese Frage klingt einfach und ist in der Praxis schwer zu beantworten. Viele Führungskräfte funktionieren über Jahre hinweg ohne je zu klären, was ihnen persönlich Energie gibt und was sie innerlich auslaugt.
Wer jedoch die eigenen Motivatoren kennt und bewusst im Führungsalltag einsetzt, arbeitet nicht nur effizienter – er führt auch nachhaltiger. Ebenso verhält es sich mit dem persönlichen Sinn: Führungskräfte, die ein klares inneres «Warum» haben, sind in Krisenzeiten stabiler, weil sie nicht auf äussere Bestätigung angewiesen sind. Ihre Resilienz speist sich aus innerer Klarheit, nicht aus äusseren Umständen.
Ein Prinzip, das mich seit Jahren in meiner Arbeit mit Führungskräften begleitet: Wer sich selbst nicht führen kann, wird andere immer nur verwalten.
Selbstführung bedeutet: die eigene Wahrnehmung schulen, die eigenen Reaktionen verstehen und das eigene Verhalten an den eigenen Werten ausrichten – auch dann, wenn der Kontext schwierig ist. Erst wer diese Basis geschaffen hat, kann im Team eine Kultur der Klarheit, des Vertrauens und der Eigenverantwortung etablieren.
In meiner Arbeit nutze ich wissenschaftlich fundierte Persönlichkeitsanalysen – insbesondere INSIGHTS MDI – als Einstieg in diesen Reflexionsprozess. Nicht als Schublade, sondern als Spiegel. Die Analyse macht sichtbar, was im Alltag oft im Verborgenen bleibt: bevorzugte Denk- und Verhaltensmuster, Energiequellen, blinde Flecken.
Darauf aufbauend lässt sich gezielt entwickeln: der eigene Führungsstil, der Umgang mit Druck und Veränderung, die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Das ist kein Soft-Skill-Thema. Es ist strategische Personalentwicklung.
Führung in Zeiten von Komplexität und Wandel braucht Menschen, die bei sich selbst beginnen. Nicht weil das bequem ist – sondern weil es wirksam ist. Innere Stabilität, Selbstkenntnis und ein klarer persönlicher Sinn sind keine Nice-to-haves. Sie sind die Grundlage, auf der exzellente Führung gebaut wird.
Dr. Tanja Elisabeth Abwa ist Geschäftsführerin des SCHEELEN Instituts® Österreich, Expertin für Persönlichkeitsdiagnostik und Führungskräfteentwicklung und begleitet seit vielen Jahren Unternehmen und Führungskräfte auf dem Weg zu mehr Selbstkenntnis und wirksamer Führung.
Das Programm «Mastering Leadership Challenges» greift diese Perspektiven auf und zeigt, wie Führungskräfte durch gezielte Selbstführung, Klarheit und Resilienz ihre eigene Wirksamkeit stärken und Teams auch unter anspruchsvollen Bedingungen erfolgreich führen können.